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www.schuetzengarten.ch
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Die grösste
Ostschweizer Brauerei ist dieses Jahr die Patin eines Bodenseeschiffs,
die MS St. Gallen sticht täglich als «Landbierschiff»
in See.
Dazu die
Wurst, die man nicht mehr vergisst
Es gibt in der
St. Galler Wurstgeschichte eine Jahrzahl, die alle andern überstrahlt.
1564 lautet sie, in jenem Jahr schrieb die Metzgerzunft von St. Gallen
in einer Satzung Rezeptur- und Qualitätsvorgaben für die
Bratwurst fest, die bis heute Gültigkeit haben. Jetzt aber
drängt eine zweite Zahl in die Geschichtsbücher. Denn
jetzt, anno 2002, beginnt ein neues Wurstzeitalter. Die neueste
St. Galler Wurstkreation straft zwar den allwissenden Volksmund
nicht Lügen und hat wie jede andere Wurst zwei Enden, aber
sie ist weder gerade noch leicht gebogen noch gerollt, sondern:
verknotet. In der Mitte der neuen Landbierwurst sitzt ein Knoten.
Und in Anlehnung an den gedächtnisstützenden Knoten im
Nastuch gilt wohl: Wer einmal eine solche Wurst vor sich gehabt
hat, vergisst sie nicht mehr so schnell.
Der Besuch
beim Nachbarn
Die neue Wurst
ist eine Schöpfung der «Landbierallianz von der St. Jakob-Strasse»,
wie Ernst Zingg, seines Zeichens Verkaufsdirektor der St. Galler
Brauerei Schützengarten, lachend ausführt. Das kam so:
Die grösste Ostschweizer Brauerei ist heuer so etwas wie Patin
eines Bodenseeschiffs, die MS St. Gallen sticht täglich
als «Landbierschiff» in See. «Da wollten wir auch
etwas Spezielles anbieten», erinnert sich Richard Wüst,
der als Verkaufsleiter Gastronomie bei Schützengarten einer
der Wurstväter ist. Kurz entschlossen trabten die Brauer über
die Strasse und überfielen Oscar Peter in der Metzgerei Schmid
mit dem Auftrag: «Wir hätten gerne eine Wurst, es soll
etwas Besonderes sein, originell auch von der Aufmachung her.»
Konkrete Vorgabe: In die Wurst muss Landbier hinein.
Am besten
heiss aus dem Kessi
Der Metzgermeister
ging unverzüglich ans Werk. Etwas Würziges schwebte ihm
vor, es sollte aber nicht zu scharf sein. In Naturdärme füllte
Peter mageres Schweine-, Rind- und Kalbfleisch, das er mit Gewürzen
und Landbier verfeinert hatte. Dann knotete er die einzelnen Würste,
hängte sie in den Räucherofen, kochte sie. Als er fand,
das Werk sei vollbracht, bat er die Auftraggeber von ennet der Strasse
und «netts»-Gastronom Köbi Nett zur Degustation.
Die freuten sich schelmisch über das lustige Ding. «Ein
schöner Gag, man sieht sofort, dass das etwas Spezielles ist,
und auch die Qualität überzeugt», so lautet das
Urteil von Köbi Nett. Das Brät der Landbierwurst ist etwas
gröber als jenes von Wienerli, aber feiner und leichter als
ein Schüblig. Und Kenner wie Ernst Zingg schmecken das Landbier
natürlich beim ersten Bissen heraus. Die Landbierwurst kann
kalt gegessen werden, gedacht ist sie aber in erster Linie als heisser
Happen frisch aus dem Kessi. Zu kosten gibts die geknotete Wurst
auf den Bodenseeschiffen und in den St. Galler Restaurants
Marktplatz und netts, wo sie zum Schlager im neuen Biergarten werden
soll. Die Vorzeichen dafür stehen gut: Noch vor der offiziellen
Lancierung (mit Promotion auf den Bierflaschen) ist bei der Metzgerei
Schmid schon eine erste Bestellung aus dem Engadin eingegangen.
Quelle: www.tagblatt.ch
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