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www.loewengarten.ch
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Genuss trotz weniger Alkohol?
Die
anstehende Senkung der Promillegrenze im 2004 verursacht nicht
nur den Gastronomen
Bauchschmerzen. Auch die Bierbrauer befürchten
einen weiteren Einbruch des bereits schon rückläufigen
Bierkonsums und versuchen mit neuen, innovativen Produkten Gegensteuer
zu geben.
Mit 26,7 Millionen Flaschen
in einem Monat haben die Sources Minerales Henniez SA den Rekord
an ausgelieferten alkoholfreien Getränken
gebrochen. Nicht nur die Hitze lässt manchen auf Alkohol verzichten,
natürliche Getränke liegen generell im Trend. Das gilt
auch beim Bier. Allerdings: Bier enthält – natürlicherweise – Alkohol.
Zunehmend legen Konsumentinnen und Konsumenten jedoch Wert auf
Getränke ohne oder mit nur wenig Alkohol. Mit dem Damoklesschwert
Promillegrenze 0,5 dürfte sich dieser Trend noch fortsetzen.
Allein in Österreich hat die Senkung der Gastronomie und Getränkeindustrie
Umsatzeinbussen bis zu 30 Prozent eingebracht. Hiesige Gastronomen
und Getränkehändler befürchten das Schlimmste. Um
hier Gegensteuer zu geben, haben sich bis jetzt die Bierbrauer
kräftig ins Zeug gelegt. So bringt die Brauerei Löwengarten
mit «Minus» beispielsweise ein neues Bier auf den Markt,
das den vollen Genuss, aber einen geringeren Alkoholgehalt aufweisen
soll. Minus entspreche einerseits einem klaren Bedürfnis,
andererseits sei man damit auch für 2004 gerüstet, erklären
die Ostschweizer.
Ebenfalls ein Bier mit tieferem Alkoholgehalt wird die Feldschlösschen
Getränke AG auf den Herbst herausbringen. Und auch dieses
soll laut Pressesprecher Stefan Kaspar geschmacklich mit einem «normalen» Bier
vergleichbar sein. Getestet wurde der neuste Wurf aus Rheinfelden
bereits bei den unzähligen Schloss-Besuchern, das Echo sei
durchaus positiv gewesen.
Herausforderung an die Brauer
«
Bisher gab es drei Möglichkeiten, den Alkoholgehalt im Bier
zu senken», erklärt Löwengarten Braumeister Andreas
Müller. «Entweder stoppt man die Gärung vorzeitig,
oder man entzieht dem Bier den Alkohol nachträglich. Die dritte
und einfachste Lösung: das Bier wird mit Mineralwasser versetzt.» Für
die Löwengarten Brauer kam keine dieser Lösungen in Frage. «Unser
Ziel war, ein natürliches Bier mit weniger Alkohol und dennoch
vollem Geschmack zu brauen», so Luzia Bühler, Marketingleiterin
der Brauerei Löwengarten. Das bedeutete eine echte Herausforderung
an die Braukunst. Dabei war von Anfang an klar: Ganz ohne Alkohol
geht es nicht, denn dieser bildet eine wichtige Geschmackskomponente.
Ausserdem wollten die Löwengarten-Brauer den natürlichen
Gärvorgang nicht «gewaltsam» unterbrechen. Ihre
Lösung: Eine spezielle, auf natürlichem Weg aufbereitete
Malzsorte sorgt dafür, dass beim Gärprozess weniger Alkohol
entsteht. «Minus» enthält nur rund 2,8 Prozent
Alkohol (in der Regel enthält Bier 5,2 Prozent) – und überzeugt
dennoch mit einem vollwertigen Geschmack.
Kaum ein Dauerbrenner
Ob ein solches «Leicht»-Bier geschmacklich mit einem «normalen» Bier
zu vergleichen sei, daran zweifeln viele Brauer. «Den vollen
Geschmack hinzukriegen, dürfte schwierig sein», meint
beispielsweise der Zürcher Bierbrauer Ralf Paul. Er sieht
in den Bieren mit einem tiefen Alkoholgehalt zwar eine Innovation
auf die Senkung der Promillegrenze hin, kann sich aber kaum vorstellen,
dass diese zu Dauerbrennern werden. «Auch in Österreich
und Deutschland waren die Leichtbiere bei Senkung der Promillegrenze
ein Renner, nach einem Jahr allerdings schon wieder vergessen»,
weiss Paul.
Von Fachleuten wurde
Minus auf Herz und Nieren getestet, angefangen beim Qualitätsmanagement des Brauprozesses über die zahllosen
Geschmacksproben bis hin zur fertig designten Flasche. «Das
Echo ist durchwegs positiv», fasst Direktor Armin Broger
die ersten Erfahrungen zusammen. «Denn viele Kunden und Gäste
verlangen nach einem Bier, das vor allem in den heissen Sommertagen
leicht und bekömmlich ist.» Quelle: www.gastrojournal.ch
(Martina Gradmann)
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